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Macht doch was ihr wollt…

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… ich bau mir ein Zelt!

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Mal wieder beim Tierarzt

Sie ist ja eine Liebe, meine Kira. Sie ist im Januar 13 Jahre alt geworden und ist agil wie immer, bellt von weitem alles an, was vier Beine hat (es sei denn, man lenkt sie ab) und im Auto ist es dann natürlich besonders angenehm. Ich muss es sagen: Meine Hündin ist mitunter ein kleines Großmaul. Aber wehe, wir nähern uns der Tierarztpraxis. (Hier muss ich nun aus dramaturgischen Gründen einen Absatz einfügen.)

Nun habe ich einen zitternden Hund auf der Rückbank und später im Wartezimmer an mir und um mich herum. In Zeiten des Fellwechsels (von mir liebevoll „Mauser“ genannt) geht es wie… Kennt ihr den Kugelfisch Mrs. Puff, die Fahrschullehrerin von Spongebob? Genau so, wie sie sich plötzlich „pluff“ zu einer Kugel aufbläht, müsst ihr euch das vorstellen mit Kira. Nur dass sie sich nicht aufbläht, sondern dass plötzlich ihr Fell um sie herumwabert wie eine Hülle. Sie wirft es einfach ab. Der Stress. Arme Kira. Und wo bleibt das abgesonderte Fell? Richtig, an meinen Klamotten. Ich weiß manchmal nicht, wie der Tierarzt uns unterscheiden kann. Bisher hatte er immer richtig getippt, was wohl auch daran liegen dürfte, dass ich stets rechtzeitig anfange zu sprechen, sobald wir ins Behandlungszimmer kommen.

Erstaunlich ist, dass sie auch mit verbundenen Augen den Ausgang wiederfinden würde. Sogar schon direkt nach Betreten der Praxis weiß sie sofort, dass sie nur kurz herumschnellen muss, um durch die noch geöffnete Tür zurück in die Freiheit zu gelangen. Aber die böse Leine, die das böse Geschirr mit der bösen Frauchen-Hand verbindet, verhindert dies erfolgreich.

Im Wartezimmer ist Kira der stummste Hund der Welt, bis auf das Hecheln. Sie bellt die anderen Hunde nicht an, geht sogar direkt auf sie zu und beschnuppert sie. In Wirklichkeit tauschen sie aber wohl ihre Fluchtpläne untereinander aus und planen blitzschnell die kollektive Flucht. Aber bisher wurde das immer durch die bösen Leinen vereitelt.

Wenn wir nach der Untersuchung das Behandlungszimmer wieder verlassen, bin ich mindestens so erschlagen wie Kira, denn ich muss dieses 30-kg-Bündel stets mit aller Kraft auf dem Untersuchungstisch fest umschlossen halten. 30 kg sind nicht immer gleich 30 kg. Es können auch locker 80 kg sein. Jedenfalls gefühlt. Glaubt’s mir, ein die Flucht planender Hund kann einem schnell dieses Gefühl der wundersamen Gewichtsvervielfachung vermitteln.

Nachdem dann draußen die nette Arzthelferin mit dem völlig gleichgültigen Golden Retriever zu ihren Füßen kassiert hat und ich mich Richtung Ausgang wende, nehme ich zuerst das Geräusch von hektisch über den glatten Boden kratzenden Krallen wahr, bevor mir mein böser Arm, an dessen Ende die böse Leine von meiner bösen Hand gehalten wird, ausgerenkt wird. So geht das bis zum Auto. Kaum ist die Tür einen Zentimeter geöffnet, sitzt der Hund auf der Rückbank. Manchmal überlege ich, daraus ein Zauberkunststück zu basteln.

Zu Hause angekommen, ist Kira der tapferste Hund der Welt und fällt sofort wieder in ihr gewohntes Verhalten zurück: Am Grundstück vorbeitrabende Hunde mit einem kurzen „VERPISS DICH, HIER WOHNE ICH!“-Bellen zu begrüßen. Derweil hole ich den Staubsauger, um den Kubikmeter Fell von meiner Kleidung zu entfernen.

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