Worte von Chr. Schlingensief vom 8.7.2010

Auszug aus dem SCHLINGENBLOG von Christoph Schlingensief  (24.10.1960-21.08.2010) vom 8.7.2010

Disclaimer: Ich habe diesen Auszug (mit obiger Verlinkung zum Blog) kopiert, weil mich diese Worte einfach berühren. Mir ist klar, dass Rechte und Copyright des Textes den Angehörigen bzw. Erben von Christoph Schlingensief gehören. Ich verfolge kein kommerzielles Interesse mit diesem Text. Ebenso erkläre ich nochmals ausdrücklich, dass ich mir nicht anmaße, die Verfasserin der nachfolgenden Zeilen zu sein, sondern dass diese aus der Feder von Christoph Schlingensief stammen.

Lasst diese Worte einfach wirken. Ich werde diese Zeilen sicher noch öfter lesen.

Der Vorgang als solches…


wie oft habe ich auch in meinem leben gerufen: „ich kann nicht mehr !“
leute, das ist eigentlich sehr oft sehr lächerlich! es ist zwar alles relativ, aber es lohnt sich darüber nachzudenken, das alles docch noch geht! es geht sehr viel! und dieses verzweifeln an der eigenen
sättigung sollte signal dafür sein, sich selber wieder mehr als sehr widerstandsfähigen kämpfer der liebe und zuneigung, der hilfsbereitschaft und überbringer neuer und guter ! nachrichten zu werden!
dieses : „ich kann nicht mehr!“ ist nicht immer, aber sehr oft ein fürchterlicher wichtigtuersatz, der niemandem helfen wird. leute schaut euch die an, die mit plastikmasken (rund um den kopf herum) unter das ding müssen,
um dort in die tiefen ihres gehirns strahlen zu lassen, damit der gierige krebs nicht weiterwächst und -frißt. lebt so gut ihr könnt. genießt jeden punkt der entspannung im kreise der familie oder der freunde,
glaubt immer an eine zukunft und pflegt das normale ! – Das Normale ist das höchste was uns geschenkt wurde oder von den eltern beigebracht wurde. nutzt das ! ich kann es immer noch nicht.
und ich hatte jedesmal gedacht: jetzt hast du es endlich kapiert. noch ein härterer schlag kann kaum passieren… und jetzt wieder noch näher… eines stimmt: man lernt nie aus… darum genießt den punkt der dummheit, aber zieht daraus schlüsse des glücks ! glück hat, wer mal nicht über sich und seinen zustand reflektieren muß. und dieses fast zwanghafte überlegen über den eigenen zustand macht alles so suaer und ungenießbar!
ich wäre froh, wenn ich ohne dieses reflex über den eigenen zustand nachdenken zu müssen… ;denn das wichtigste ist eigentlich: denke an die anderen, die dich ertragen müssen. die haben mehr hölle auf erden als erlaubt ist.
die müssen nicht nur deine chaotische art ertragen oder deinen großen pessimismus! nein, diese leute sehen jemanden, der sich schon auf dem abschiedsweg befindet. und der dann so redet, als müsse er nun halbwegs erträglich bleiben, damit er in guter erinnerung bleibt. dazu würde ich gerne später mal mehr schreiben. mal schauen, wann das geht. es geht nicht immer alles, wenn ich will. die normalitä, um darüber schreiben
zu können, braucht ruhe oder vielleicht sogar geladene wutenergie. es mal loswerden wollen… müssen.. heute nacht geht es nicht; denn im laufe des textes ist mein schmerz weniger geworden und ich werde die
zeit nutzen. gute nacht! CS

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