Astro TV – meine Nerven!

Ich habe mich gezwungen, mal länger als die normale Durchzappnanosekunde bei so einer Astro-Sendung zu verweilen. Habe rund 15 Minuten durchgehalten, dann war diese Sendung zum Glück zu Ende.

Ich gebe mal kurz wieder:

Astro TV „Rundumblick“ – Anonym, ohne dass der Zuschauer die Stimme der Anrufer hört. Ein goldener Buddha steht links im Bild auf dem Tisch. Sehr originell.

Laufendes Gespräch, in das ich reingezappt hab:

„Das Haus könnt ihr halten. … Er wird die Chance haben, einen Arbeitsvertrag zu erhalten.“
(Allgemeiner geht’s ja kaum. Und es würde wohl kaum gesagt werden, dass der/die Anrufer/in das Haus verliert, allein aus dem Grund, weil die blöde Trulla das eh nicht weiß. Aber man will ja als Kunde nichts Schlechtes hören. Und „Chancen“ gibt’s immer. Ist halt immer eine Frage der richtigen und manipulativen Wortwahl, um etwas positiv rüberzubringen.)

Gespräch beendet.

Warten auf den nächsten Anrufer.

Minutenlang: „Wer kommt hier denn jetzt durch? Sie können es schaffen, ich weiß es. Wer kommt hier denn jetzt durch? Ich bin gespannt.“
(Ja, gespannt. Doofe Nuss, wärst du richtig gut, würdest du wissen, wer als nächstes durchkommt!)

Nächster Anruf.

Die Trulla nennt den Vornamen der Anruferin laut und sagt: „Du bist anonym.“
Dann weiter: „Große finanzielle Sorgen kann ich nicht sehen. Es reicht aus. … Ich sehe bei einem von euch eine Kur… Ah ja, nächstes Frühjahr, aha… Ja… Also ihr bleibt da wohnen… Es sieht alles bestens aus.“
(„Große finanzielle Sorgen“ ist auch ein dehnbarer Begriff. „Es reicht aus“ genauso. Es muss ja immer ausreichen. Irgendwie. Wahrscheinlich war der/die Anrufer/in in einem gewissen Alter, in dem viele Leute zur Kur gehen, also auch hier: einfach drauflos geraten aus Erfahrung heraus und Treffer.)

Gespräch beendet.

Wieder minutenlanges Warten. „Wer kommt hier durch? 16 Bundesländer im Urlaub, die Chancen sind groß. Sie könnten es schaffen. Ich bin gespannt.“ … „Die Qualität der Beratung ist genau gleich wie sonst, wenn man Sie hört.“

Nächster und letzter Anrufer kommt durch.

„Wie sie in der Schule ist? Sie ist in welcher Schule?… Aha… Sie wird in dieser Schule erfolgreich sein. Sie wird auch später Abitur machen, das ist ganz genau zu sehen. … Sie wird später mal studieren, irgendwas mit Medizin. … Das Musikalische wird sie ausleben, aber wohl nicht zu ihrem Beruf machen. Vielleicht in einer Band oder einem Orchester, aber nur privat.“

Anruf und Sendung beendet. Endlich. Meine quälendste Viertelstunde seit langem.

Ich sag zu dem ganzen Kram nix mehr. Ich könnte sowas auch. Allgemeinen Mist verbreiten und Dinge „vorhersagen“, die – wie am letzten Beispiel wahrscheinlich – eh erst in mehreren Jahren spruchreif werden. Unglaublich! Wie blauäugig muss man sein, um in so einer Sendung anzurufen? „Kostenlose Beratung“. Ja, die Beratung schon, aber wie oft müssen die Leute da anrufen und den Anrufbeantworter hören, bis sie – wenn überhaupt – wirklich durchkommen!? Die denken darüber überhaupt nicht nach, dass jeder Anruf Geld kostet!

Wäre ich nicht zu gut für die Welt, das wäre auch ein Job für mich. Je abgebrühter, desto mehr Kohle in der Tasche. Aber man ist ja zu ehrlich für die Welt, die betrogen sein will.

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