Unlogik in Serie

Ich kann ja über Unlogik hinwegsehen, wenn sie nicht so wahnsinnig auffällig ist. Aber was die heutige Folge „Enterprise“ (ZDFneo) aufwies, das hat mich angehüpft.

Kirk, Spock, Pille und Statist sind auf einem Planeten. Sie hören ein Summen, meinen, es sind Insekten. Statist verschwindet von eben auf jetzt. Zurück auf der Enterprise hört man das Summen wieder. Kirk stellt fest: „Wir haben was mit hochgebeamt.“ Dann verschwindet auch er.

Ein paar letzte Überlebende eines Volkes leben in einer anderen Zeitzone. Sie bewegen sich so schnell, dass es die anderen nur als Summen wahrnehmen. Sie haben erst den Statisten, dann Kirk in ihre Zeitzone geholt. Entsprechend erlebt Kirk nun seine Crew wie festgefroren. Die Bewegungen dauern ewig.

Wie es jetzt nach meinem Dafürhalten sein sollte:
Während für die Crew z. B. 5 Minuten vergehen, müssten diese 5 Minuten für die Fremden und für Kirk gefühlt einen Tag oder länger sein. Während Kirk fröhlich den Helden markiert (obwohl er dabei wie ein bockiges Kind wirkt, das genau das tut, was man ihm soeben verboten hat, etwa zu vergleichen mit: „Fass nicht auf die Herdplatte, die ist heiß!“), mit den Fremden diskutiert, dann heldenhaft mit der fremden Frau rummacht (natürlich nur, um sie in Sicherheit zu wiegen), von Raum A nach Raum B marschiert, von dem eifersüchtigen Gefährten der Frau überrascht und angegriffen wird, steht die Crew wie festgefroren da. Logisch.

Wie es tatsächlich war:
Es passiert alles gleichzeitig. Während die 5 Minuten bei der Crew vergehen, sind diese 5 Minuten anscheinend genauso schnell oder langsam in dieser anderen Zeitebene vergangen. Die Handlungsstränge laufen parallel. Unlogisch. Denn während Spock nach der Ursache für des Statisten und Kirks Verschwinden forscht, stößt Pille auf eine Diskette, die Kirk zuvor, als Spock noch mit an dem Schaltpult stand, besprochen und dort platziert hat. Allein schon während Spock von diesem Standort zur Brücke marschierte, hätte in der anderen Zeitzone weit mehr Zeit vergehen müssen. Ist es aber nicht.

Spock hat dann die Video-Botschaft, die sie anfangs von diesen Fremden erhielten, immer schneller abgespielt, bis sie schließlich in das bekannte Summen überging. Und vom Zeitpunkt, da Kirk verschwand, bis zu dem Zeitpunkt, da Spock einen Trank schluckt, der ihn in die andere Zeitzone eintauchen lässt, ist eben dort genauso viel bzw. wenig Zeit vergangen (mit bereits oben erwähntem Handlungsstrang), wie für die Crew.

Das ist dann wohl die Art Unlogik, die in Kauf genommen oder vorsätzlich eingesetzt wird, nur um irgendeine Handlung in einen begrenzten Rahmen zu quetschen.

Seh ich da was falsch? Wenn ja, muss in meiner Logik-Zentrale gehörig was quertreiben.

This entry was posted in Alles, meine Filmlieblinge and tagged . Bookmark the permalink.

One Response to Unlogik in Serie

  1. Tom says:

    Deshalb nennt sich das Format Science Fiction. Ist manchmal eben mehr Fiction als Science. 😉
    Aber diese Unlogik muss ja nicht mal wissenschaftlich sein. Reicht ja schon, wenn der guten den Bösen nach Jahren endlich findet und dann nicht einfach abdrückt sondern quasselt und durch einen dummen Zufall abgelenkt wird. Aber irgendwie muss der Spannungsbogen ja gehalten werden. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.