Category Archives: Gedichte

Ein Gedicht: Der Sturm

Am Himmel peitscht des Sturmes Heer,
walzt unten alles platt und leer.
Und alles, was nicht fest sich hält,
nur hilflos durch die Lüfte schnellt.

Hoch droben auf der Wolken Rücken
reißen Sturmesreiter viele Lücken,
durch die sich Wasser bald ergießt
und auf die Erde niederschießt.

Die wilde Horde Windeskrieger
pflügt und mähet alles nieder,
zieht durch Löcher in der Erden,
will nur schnell und schneller werden.

So treibt der Sturm nun wild voran
und niemand, der dem trotzen kann.
Doch kommt die Stund‘, wo auch der Sturm
mal schwächer wird wie’n kleiner Wurm.

Dann ist es Zeit für Sturmes Knappen,
die müden Winde sich zu schnappen
und in Gefilde sie zu führen,
wo sie sich baldigst nicht mehr rühren.

In Schlafes Armen liegen sie dann
und leise zieht die Zeit voran.
Und achtsam wird nun sie allein
die Ruhe vorm nächsten Sturme sein.

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Der Hagelsturm

Der Hagelsturm, der Hagelsturm,
der zielt auf manchen Regenwurm.

Doch so ein Wurm, der ist gar helle,
und schützt sich mit ’ner Regenpelle.

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Ode an den Knochenmann

(gewidmet den rumhängenden Toten in den Katakomben von Palermo)

Der Knochenmann hängt an der Wand,
hält schlapp ’nen Zettel in der Hand:
„Wer mich besucht, dem sei gesagt,
dass ich nicht fortgenommen werden mag.
Fern vom Weib und sonst’gem Übel
werd ich getragen von eisern‘ Dübel.
Habe Ruh‘ von Weltes Treiben,
will einfach nur hier hängenbleiben.“

Nun lächelt er aus knöcherm Munde
und schickt den Leuten alte Kunde
von Riten mit morbider Kraft geballt,
als man dem Tod noch gab Gestalt.

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Des Nachts

Des Nachts der Mond so unscheinbar,
so blass gewandet in Wolken gehüllt,
das fahle Licht gesandt zur Erde,
welches sich legt übers schlafende Land.

Der Wind als patroullierende Wacht
vorbei an uralten Bäumen sich drängt,
Gevatter des Nebels, der sich leise setzt,
nur zu vertreiben durch die Wärme der Sonne.

Ein unruhiger Geist vom Felder der Knochen,
heraufgestiegen vom ewigen Schlafe,
nur noch von kurzweiliger Dauer jedoch,
denn schon naht der Morgen und der Mond,
er entschwindet.

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Frühstück im Freien

Es gräbt der Wurm, der ziemlich frühe,
sich rauf zur Erde mit viel Mühe.

Da kommt ein Vogel hergeflogen
und schleudert gleich in hohem Bogen

des Wurmes Leib durch Frühlings Luft.
In der Fern‘ die Brut nach Frühstück ruft.

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Helau

Jauchzen und Frohlocken
geht mir auf die Glocken.

Auf den Knopfdruck lustig sein,
nix kann für mich dumpfer sein.

Helau.

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Nebelfratzen

Der Nebel legt sich kalt und dicht
auf der Gräber Totenlicht.

Mit aller Kraft die Flammen strahlen
und auf den Nebel Fratzen malen,

die schauerlich das Weite suchen
und grinsend, greinend, klagend fluchen.

Sie eilen übers Grabesfeld,
doch niemand sich entgegenstellt.

Und bald da kommen Langeweilen,
drum heim sie in die Gräber eilen.

Dort harren sie nun aus und warten,
bis sie ’nen neuen Ausflug starten.

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