Category Archives: Fantasysches (allg.)

8-Zeiler: Gevatter Tod

Der knochige Gevatter zieht übers Land,
der Wind zerrt stürmisch am Gewand.
Manchem die Hand er auf die Schulter legt,
bis dieser fällt, sich nicht mehr regt.

Er schickt die Seele auf die andere Seite,
gibt acht, auf dass sie gut hinübergleite.
Ein Kerzenrest in des Todes düst’rem Haus
erlischt; es war ein Lebenslicht, geht einfach aus.

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4-Zeiler: Eisfeuerengel

Ein Engel aus Feuer und Eis,
aus dem Himmel, der Hölle gleich.
Deine Seele, das ist sein Preis,
erfüllt deine Wünsche auf einen Streich.

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12-Zeiler: Ankunft in der Hölle

Heiße Dunkelheit mit rotem Schein,
der Teufel zerrt die Seelen rein.
Gefall’ner Engel Klauenhände
huschen über Felsenwände,

greifen nach den dunklen Seelen,
die sich jammernd dahinquälen.
Zu Lebenszeiten ignoriert,
nun bekommen sie’s quittiert.

Kommt man in der Hölle an,
weiß man, man hat falsch getan
mit Bösem oben auf Erden.
Anders kann es anders werden.

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12-Zeiler: Der Vampir

Weiße Zähne blitzen in der Nacht,
der Vampir sich ausgehfein gemacht.
Lauert nun auf leck’re Leute,
hatt‘ noch nichts zu trinken heute.

Erspäht eine Dame, edel und fein.
Sie wird nun sein Umtrunk sein.
Doch da sie voll bis obenhin,
fällt der Vampir betrunken hin.

Er liegt still da in dunkler Nacht,
in tiefem Traum von Gier und Macht.
Nun wird er Opfer der Sonnes Raub,
der erste Strahl und leis‘ verweht der Staub.

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8-Zeiler: Das Böse im Haus

Die tanzenden Flammen der tropfenden Kerzen,
entsteigender Schwermut aus seinem Herzen.
Träge die Augen, sie leuchten im Schein,
er wird bald nicht mehr am Leben sein.

Er öffnet die Türe, erschrocken sein Blick,
denn am alten Balken hängt schon der Strick.
Gelenkt durch den Willen des Bösen im Haus,
steigt er auf den Stuhl – und schon ist es aus.

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8-Zeiler: Totenwind

Der Wind der Nacht sang schauerlich,
durch jeden Ritz er im Gemäuer schlich.
Er war ein finst’rer Totengesang,
für manches Ohr der letzte Klang.

Der Wind als Gesandter zu allen Zeiten,
dem Tod den Weg zu den Seelen bereiten.
Gevatter nahm sie und trug sie davon,
nach oben oder unten, wer weiß das schon…

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8-Zeiler: Hauch des Todes

Der Hauch des Todes unerkannt
kriecht durch Flur und Stadt und Land.
Er greift nach jedem, bindet ihn,
und mancher siecht voll Qual dahin.

Er löst den Griff bei stillem Herz,
es steigt die Seel‘ auf, frei von Schmerz.
Und der Hauch des Todes, wie ein Band,
zieht weiter seine Bahn durchs Land.

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